Chia-Eiweißbrot glutenfrei mit Zucchini-Kräuterquark

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6 Eier von glücklichen Hühnern
500 Gramm Magerquark
100 Gramm gemahlene Mandeln
100 Gramm geschrotete Leinsamen
4 Esslöffel Chia-Samen
4 Esslöffel Leinsamenmehl (Reformladen)
1 Päckchen Backpulver
10 Gramm Brotgewürz
1 Teelöffel Salz
1 Teelöffel Flohsamenschalenpulver (Psyllium), gibt es im Reformhaus, in der Apotheke oder in ausgesuchten Drogerieketten
etwas Sesam, glutenfreie Haferflocken (z. B. Kölln, Bauckhof)

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Vorbereitung: Eine Kastenform (30 cm) mit Backpapier auslegen.

Ein Ei trennen, das Eiweiß beiseitestellen. Alle anderen Zutaten, auch das Eigelb, miteinander gut mit Hilfe eines Knethakens vermischen. Den Teig glatt streichen und etwa eine halbe Stunde ruhen lassen.

Den Backofen auf 175 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen.

Anschließend wird das glutenfreie Chia-Eiweißbrot für ungefähr 40 Minuten gebacken. Das Ganze aus dem Backofen nehmen und mit dem Eiweiß bepinseln. Den Sesam und die glutenfreien Haferflocken darüber streuen und nochmal für mindestens eine halbe Stunde backen.

Glutenfreies Brot direkt warm aus dem Backofen, was für ein Genuss! Jetzt weiß ich, warum es so treffend heißt: „Liebe geht durch den Magen.“ Und das Beste ist, dieses glutenfreie Chia-Eiweißbrot ist auch noch am nächsten Tag wunderbar fluffig und weich, die Kruste jedoch kernig, genauso wie ich es am liebsten mag. Ihr auch?

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Dazu passt der Zucchini-Kräuterquark, der sich in der Zwischenzeit sehr schnell zubereiten lässt:

50 Gramm Zucchini fein stifteln. 1 Esslöffel Pinienkerne in der Pfanne rösten, abkühlen und grob hacken. 125 Gramm Magerquark, 1 Esslöffel gehackte Petersilie (oder Schnittlauch, je nach persönlichem Belieben), Pinienkerne und Zucchini und 2 Esslöffel fettarme Milch verrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

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Et voilà! Glutenfrei is(s)t lecker!

 

Interview mit dem Experten für Volksheilkunde Dr. Günter Harnisch „Chia bringt Körper und Geist in Topform!“

 

„Chia-Samen sind kleine Kraftpakete voller Mineralstoffe, Vitamine, Antioxidantien, Ballaststoffe und hochwertiger Fettsäuren. Sie stellen dem Körper ein Höchstmaß an Energie für viele Stunden zur Verfügung und sind so eine optimale Nahrungsgrundlage für Sportler, Senioren, Schwangere – und überhaupt für jeden, der seinem Organismus etwas Gutes tun und ihn optimal versorgen will!“ Dr. Günter Harnisch, Experte für Volksheilkunde und Leiter des Arbeitskreis: gesund leben, stellt in seinem neuen Kompakt-Ratgeber Chia, die „Powernahrung“ der Azteken, vor, beschreibt ihre wertvollen Inhaltsstoffe und vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten sowie einige leckere und einfache Rezepte.

 

Nahrungsmittel sind in den westlichen Industrienationen reichlich vorhanden; jedoch nimmt deren Nährstoffgehalt ab und der Anteil zivilisationsbedingter Erkrankungen zu. Welche Ernährung kann hier Abhilfe schaffen?

 

Dr. Harnisch: Ein wirksamer Schutz vor den stark im Zunehmen begriffenen, typischen Zivilisationskrankheiten wie Diabetes Typ 2, Herzinfarkt, Schlaganfall und Krebs ist am besten durch eine vitalstoffreiche Ernährungsweise aufzubauen, wie wir sie beispielsweise in der  mediterranen Kost finden: mit wenig Fleisch und wenig Zucker, dafür mit einem hohem Anteil an frischem Obst und Gemüse. Dazu Nüsse und Samenkörner – und vor allem Chia als ausgesprochene Powernahrung voller Vitalstoffe.

 

Chia galt bereits bei den Azteken und Maya als traditionelles Heil- und Lebensmittel. Woher stammt die Pflanze ursprünglich und wo lässt sie sich heute finden bzw. anbauen?

 

Dr. Harnisch: Chia stammt ursprünglich aus Mexiko. Inzwischen wird die Pflanze auch in Guatemala, Argentinien, Kolumbien, Peru und in Bolivien nachhaltig angebaut, ebenso in Australien und im Süden der USA. Wegen der Gefahr von Fäulnis gedeiht sie nur in Gegenden ohne übermäßige Regenfälle.

 

Was einst den Göttern und ausgewählten Athleten vorbehalten war, gilt heute als „Powernahrung“. Welche Wirkungen von Chia führten zu einer Zuschreibung nahezu „übermenschlicher“ Kräfte?

 

Dr. Harnisch: Bei internationalen Ultra-Marathonläufen in Amerika konnte man beobachten, dass Angehörige bestimmter Stämme mexikanischer Ureinwohner immer wieder ungewöhnlich gut abschnitten. Sie liefen Hunderte von Kilometern leicht, locker, fast meditativ, so als ob ihnen die Anstrengung überhaupt nichts ausmachte. Während solcher Extrem-Sportveranstaltungen nahmen sie nur Chia und etwas Wasser zu sich. Die kleinen Samenkörner stellen dem Körper ein Höchstmaß an Energie für viele Stunden bereit. Sie bringen Körper und Geist in Topform und bieten so eine optimale Nahrungsgrundlage für Spitzensportler. Ebenso empfehlen sie sich für geistig Schaffende, für Schwangere, Senioren und Rekonvaleszenten.

 

Immer mehr Erfahrungsberichte und Forschungsergebnisse belegen die wertvollen Inhaltsstoffe und deren positive Auswirkungen auf Gesundheit und Wohlbefinden. Wodurch zeichnet sich Chia im Einzelnen aus?

 

Dr. Harnisch: Chia-Samenkörner enthalten weit mehr Omega-3-Fettsäuren als Lachs, und das in einem besonders günstigen Verhältnis zu Omega-6-Fettsäuren. Ihr Calcium-Gehalt übertrifft den von Milch um das Fünffache. Der Kalium-Anteil ist doppelt so hoch wie in Bananen, und in ihrem Eisengehalt sind sie dreimal ergiebiger als Spinat. Mit einer dreifachen Menge an Antioxidantien stellen Chia-Samen sogar Heidelbeeren in den Schatten.

 

Als „Alleskönner unter den Pflanzen“ unterstützen Chia-Samen eine ganzheitliche und vollwertige Ernährungsweise. Worauf sollte man bei der Verwendung besonders achten?

 

Dr. Harnisch: Ich empfehle, den Chia-Konsum fest in die täglichen Ernährungsgewohnheiten einzubeziehen, sodass er zum Alltagsritual wird, über das man nicht mehr jedesmal neu nachdenken muss. Wie dies am besten geschieht, hängt vom persönlichen Tagesablauf und Geschmack jedes Einzelnen ab. Am einfachsten ist meist, Chia über das Frühstücksmüsli zu streuen oder in einen Becher Joghurt einzurühren. So kann man die Chia-Kraft den ganzen Arbeitstag über nutzen und bekommt nicht so schnell wieder Hunger. Das hilft wiederum, Übergewicht abzubauen oder gar nicht erst entstehen zu lassen.

 

Neben Herz-Kreislauf-Erkrankungen nehmen auch Allergien und Lebens­mittel­unverträglichkeiten dramatisch zu. Wie kann Chia hier sinnvoll eingesetzt werden?

 

Dr. Harnisch: Chia ist glutenfrei und deshalb besonders für Menschen geeignet, die Weizen oder andere Getreidesorten nicht vertragen. Aber auch bei anderen Allergieformen scheint sich Chia nach bisher vorliegenden Untersuchungen ausgesprochen  günstig auszuwirken.

 

Gibt es eigentlich auch Beschwerden oder Vorerkrankungen, bei denen von Chia abzuraten ist? Kann zum Beispiel ein „Zuviel des Guten“ bei der Powernahrung vorkommen?

 

Dr. Harnisch: Bei Menschen mit vorgeschädigtem Darm kann es in seltenen Fällen anfangs zu leichten Durchfällen kommen. Dann empfiehlt es sich, in den ersten Tagen die Dosierung ein wenig zu verringern. Erfahrungsgemäß gewöhnt sich der Darm schnell an die ballaststoffreiche gesunde Kost und verträgt sie gut. Wichtig ist, bei der Einnahme von Chia genügend zu trinken, denn die Samenkörner quellen bis zum Vielfachen ihres Gewichts und nehmen dabei viel Flüssigkeit auf.

Empfohlen wird meist, zur optimalen Nährstoffversorgung einen bis zwei Esslöffel Chia-Samen pro Tag zu essen. Eine Obergrenze für den Genuss von Chia gibt es nicht. Wie bei allen anderen Nahrungsmitteln ist es am besten, auf die eigene innere Stimme zu hören. Sie sagt einem schon, wann es genug ist.

 

Ihr Kompakt-Ratgeber enthält auch einige Rezepte mit Chia. Wie verwendet man die Pflanzensamen am besten in der alltäglichen Küche und wo bekommt man Chia-Samen hierzulande?

 

Dr. Harnisch: Chia-Fans mischen die Samenkörner häufig in Joghurt, Fruchtsäfte, Brot, Salate, Omeletts und andere Mahlzeiten. Man kann Chia auch mit Weizenmehl mischen und Brot, Muffins oder Pizza backen oder Suppen, Desserts sowie viele andere Gerichte damit zubereiten. Chia-Samen sind in Reformhäusern und im Online-Handel zu bekommen.

 

Das Interview wurde im Februar 2015 geführt.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Mankau Verlages

 

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Dr. Günter Harnisch
Chia. Kompakt-Ratgeber
Fit und schlank mit der Powernahrung der Azteken
Mankau Verlag, 1. Aufl. März 2015
Klappenbroschur, 11,5 x 16,5 cm, 95 S.
7,99 Euro (D) / 8,20 (A), ISBN 978-3-86374-202-7

Fibromyalgie: Interview mit dem Arzt und Buchautor Dr. med. Eberhard J. Wormer

„Das Erscheinungsbild der Fibromyalgie ist vielgestaltig – ebenso die Möglichkeiten der Behandlung“

„Die genauen Mechanismen des Fibromyalgie-Syndroms sind nach wie vor unklar; höchstwahrscheinlich entsteht es aus einer Kombination von persönlicher Veranlagung und verschiedenen biologischen, psychischen und sozialen Faktoren. Wohl ebenso schmerzhaft wie der körperliche Schmerz ist für die Betroffenen jedoch oft die Erfahrung, dass ihre Leidensgeschichte von Ärzten und ihrer Umwelt nicht ernst genommen oder sie, schlimmer noch, als ‚Simulanten‘ abgestempelt werden.“ Der Arzt Dr. Eberhard J. Wormer klärt in seinen beiden Ratgebern „Fibromyalgie“ über die Schmerzkrankheit auf, erläutert leicht verständlich den aktuellen medizinischen Wissenstand und gibt wertvollen Rat zu den diversen Behandlungsmöglichkeiten, die – in der richtigen Kombination und in einer individuell maßgeschneiderten Therapie – den Betroffenen zu Schmerzfreiheit und damit zu neuer Lebensqualität verhelfen können.

Immer mehr Menschen sind von der chronischen Schmerzerkrankung betroffen. Existiert die Schmerzkrankheit wirklich oder ist sie bloße „Einbildung“?

Dr. Wormer: Die Existenzfrage steht nach wie vor im Raum, zumindest bei vielen Ärzten, die die Schmerzkrankheit bezweifeln oder schlecht informiert sind. Tatsächlich begann die Erforsch­ung der Fibromyalgie (FMS) bereits 1972. Seit 1990 gibt es die Fibromyalgie-Definition der Amerikanischen Rheumatologen (ACR). Bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und in der deutschen Krankheitenliste (2008) ist FMS mit eigenen Codes vertreten. Die aktualisierte deutsche Leitlinie zur Diagnostik und Therapie der Fibromyalgie stammt aus dem Jahr 2012. Je nach Standpunkt liegt die Zahl der Schmerzkranken in Deutschland bei fünf bis elf Millionen. Mit einem Wort: Die Schmerz­krankheit Fibromyalgie existiert. Wer das Gegenteil behauptet, äußert eine persönliche Meinung, die der Faktenlage widerspricht und menschliches Leiden missachtet.

Was sind mögliche Ursachen?

Dr. Wormer: Die Entstehung chronischer Schmerzen hat mit der Arbeitsweise unseres Gehirns zu tun. Das Gehirn ist eine außergewöhnliche „Lernmaschine“, und es ist immer in Betrieb. Ständiger Input kommt von Sinneswahrnehmungen, auch vom Frühwarnsystem der Schmerzem­pfin­dung. Ausnahmslos jeder Input wird für Lernprozesse benutzt. Schmerz wird gelernt. Da schmerzhafte Ereignisse mit Verletzung, Bedrohung, Verlust und traumatischen Zuständen verbunden sind und starke Gefühle freisetzen, werden sie vom Gehirn als besonders wichtig eingestuft und nachhaltig in das Gedächtnis „eingraviert“. Somit bleibt der gelernte Schmerz erhalten, obwohl die Ursache längst verschwunden ist. Daraus lässt sich ableiten, dass die richtige Schmerztherapie eine sofortige Schmerztherapie ist oder absehbaren Schmerz im Vorfeld bekämpft. Wird dies versäumt, setzt sich der Schmerz fest und kann zur hartnäckigen, schwer beeinflussbaren Schmerzkrankheit werden. Eine einzelne Ursache für Fibromyalgie gibt es nicht, sie entsteht höchstwahrscheinlich aus einer Kombination von Veranlagung und verschiedenen biologischen, psychischen und sozialen Faktoren wie traumatische Erfahrungen, psychische Probleme, Dauerstress und ein ungesunder Lebensstil. In jedem Fall ist die zentrale Schmerzverarbeitung gestört, doch die genauen Mechanismen von chronischem Schmerz sind leider noch unklar.

Oft haben Betroffene eine jahrelange Odyssee hinter sich, bevor die richtige Diagnose gestellt wird. Woran liegt das?

Dr. Wormer: Für den Arzt ist die Diagnose Fibromyalgie eine relativ einfache Sache – vorausgesetzt, er nimmt die Leidensgeschichte seines Patienten ernst und ist zumindest in Grundzügen über die Schmerzkrankheit informiert. Das ist jedoch in der Realität nur selten der Fall, was selbst deutsche Schmerzexperten zugeben. Es ist bequemer, an den vielfältigen Symptomen herumzudoktern, als sich intensiv mit der Schmerzgeschichte des Patienten zu befassen. Hinzu kommen fehlendes Fachwissen, Misserfolge bei Behandlungen und zunehmende Verzweiflung auf beiden Seiten. Am schlimmsten ist die Stigmatisierung des Schmerzkran­ken als „Simulant“ oder „Psycho“. Ein tragisches Dilemma für Betroffene. Kein Wunder, dass es lange dauert, bis der definierte Krankheitszustand endlich anerkannt wird. Das Thema Schmerz war bislang kaum in der ärztlichen Ausbildung vertreten. Und von angemessener Schmerztherapie, etwa mit Opiaten, haben noch immer viele Ärzte wenig Ahnung. Eine wahrhaft schmerzliche Erkenntnis. Die Ärzteschaft hat Besserung gelobt.

Bei der Suche nach der organischen Ursache für die Krankheit tappen Mediziner bislang im Dunkeln. Gibt es neue Entwicklungen oder gar einen Durchbruch in der Forschung?

Dr. Wormer: Das Schmerzgeschehen ist eine komplexe Sache. Es liegt auf der Hand, dass es schwierig ist, organische Ursachen zu finden, wenn man die Neurobiologie der Gedächtnisbildung berücksichtigt. Das heißt, chronischer Schmerz ist wie jeder andere Lerninhalt als Gewebestruktur im Gehirn hinterlegt. Mittlerweile befasst sich die Forschung wieder mit der Suche nach neuen Schmerzmitteln. Man geht etwa von der Annahme aus, dass Schmerz mit Entzündungsprozessen an Nerven verbunden ist; das Interesse richtet sich dabei auf Gliazellen („Nervenhüllen“). Eine Erfolgsmeldung aus Würzburg besagt, dass man Schädigungen von kleinkalibrigen Schmerzfasern als Ursache ausgemacht hat – hier erhofft man sich den Nachweis des krank machenden Auslösers. Mit einem „Durchbruch“ ist aber nicht zu rechnen. Fibromyalgie bleibt weiterhin ein medizinisches Rätsel, ein allseits wirksames Heilmittel wird es vorerst sicher nicht geben.

Welche medizinischen Therapiekonzepte gibt es für die Fibromyalgie? Sind hier auch Maßnahmen zur Selbstbehandlung oder alternative Heilmethoden möglich?

Dr. Wormer: Dem vielfältigen Erscheinungsbild der Fibromyalgie gemäß gibt es eine Fülle von Behandlungsmöglichkeiten: Medikamente, Entspannungs- und Naturheilverfahren, Akupunktur, Kälte-/Wärmetherapie, physikalische Therapie, Psychotherapie bis hin zu operativen Eingriffen. Als derzeit wirksamste Behandlung gilt die multimodale Therapie, die fast alle genannten Verfahren kombiniert. Der wichtigste Beitrag auf dem Weg zur besseren Lebensqualität kommt aber von den Betroffenen selbst. Mittlerweile hat auch die Schulmedizin den Nutzen mancher Maßnahmen zur Selbstbehandlung anerkannt und empfiehlt diese ausdrücklich, zum Beispiel Yoga. Ein gesunder Lebensstil kann wirksam dazu beitragen, dass sich die Befindlichkeit verbessert. Kurz gesagt: Hoffnung, dass die Schmerztherapie etwas verbessert, gibt es zu jeder Zeit.

Woran könnte es liegen, dass zumeist Frauen von chronischen Schmerzen und Fibromyalgie-Symptomen betroffen sind?

Dr. Wormer: Frauen und Männer „ticken“ anders, vor allem, wenn es um Gesundheitsfragen geht. Frauen gehen häufiger zum Arzt und zur Vorsorge. Da fällt ein Schmerzsyndrom schneller auf. Männer neigen dazu, Schmerzprobleme zu ignorieren. Frauen konzentrieren sich bei der Schmerzbewältigung mehr auf zwischenmenschliche und emotionale Aspekte und suchen soziale Unterstützung. Sie sprechen darüber. Offensichtlich gibt es auch genetische Faktoren – bestimmte Proteine, die Frauen möglicherweise schmerzempfindlicher machen als Männer. Auch der Hormonstatus spielt eine Rolle. Die Abhängigkeit der Schmerz­empfindlichkeit vom Menstruationszyklus ist experimentell untersucht. Sinkende Östrogen­spiegel – zum Beispiel in den Wechseljahren – hemmen bestimmte Rezeptoren. Auch die Aktivierung von Kontaktstellen zwischen Nervenzellen (Synapsen) im zentralen Nerven­system und von verschiedenen Rezeptoren scheint vom hormonellen Status abzuhängen.

Chronische Schmerzen belasten auch die Seele und haben ernsthafte Auswirkungen auf das Familien- und Berufsleben. Wie findet man Hilfe und Unterstützung?

Dr. Wormer: Schmerzkranke brauchen Unterstützung und Verbündete auf ihrem Weg zur Bewältigung der Krankheit. Hier hilft alles, was zum Verständnis und zur Information über die Krankheit beiträgt – Ratgeber, Internetforen, Selbsthilfeinstitutionen, Kontakt mit anderen Betroffenen. Auch das persönliche Umfeld des Betroffenen kann viel dazu beitragen, dass das Leben mit der Schmerzkrankheit für den Betroffenen wieder erträglich wird. Geduld und Zuwendung, tatkräftige Hilfe und Verständnis vom Partner und Angehörigen sind echte Heilmittel. Falls der Beruf auf dem Spiel steht, sollte man für den Erhalt seiner Arbeitsfähigkeit kämpfen. Wer sich nicht überfordert und die Grenzen seiner Belastbarkeit beachtet, wird noch lange am Berufsleben teilnehmen können.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Mankau Verlages.

Die Rechte liegen bei: Mankau Verlag GmbH, Postfach 13 22, D-82413 Murnau a. Staffelsee, Tel. +49 (0) 8841 / 627769-0, Fax -6, kontakt@mankau-verlag.de, http://www.mankau-verlag.de.

 

Dr. med. Eberhard J. Wormer
Fibromyalgie
Chronischen Schmerz erfolgreich bewältigen
Mankau Verlag, 1. Aufl. April 2015
Klappenbroschur, durchgehend farbig, 127 S., 11,5 x 16,5 cm 7,99 € (D) / 8,20 € (A), ISBN 978-3-86374-211-9

 


			

Karotten-Apfel-Muffins für das glutenfreie Frühstücksbuffet

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Am letzten Schultag vor den Sommerferien wurde in der Klasse meines Sohnes ein gemeinsames Frühstück anberaumt. Nun ist es oft so, dass bei solchen Veranstaltungen die Kinder mit den Unverträglichkeiten und Intoleranzen oft gar nicht ausreichend berücksichtigt werden: Jeder steuert etwas für die Gemeinschaft bei und die Schüler, die irgendetwas nicht vertragen, bringen dazu noch ihr eigenes Essen mit lautet die Devise. Ich persönlich würde es wünschenswert finden, wenn bereits im Vorfeld entsprechende Vorkehrungen geführt werden würden, damit alle Kinder zusammen essen können.

Gerade aus diesem Grund lasse ich mir immer etwas Besonderes einfallen, dass allen gerecht wird und dazu noch schmeckt. Dieses Mal habe ich lange überlegt, die glutenfreien Schokomuffins sollten es dieses Mal nicht sein und Obst- sowie Gemüsespieße brachte schon jemand anderes mit. Jetzt war guter Rat teuer und ich bat andere Zöliakiebetroffene um Tipps. Bei den vielen schönen Anregungen konnte ich mich gar nicht entscheiden: von herzhaften Muffins, Waffeln, Pizzaschnecken und Mini-Pizzen bis hin zu Gemüsemuffins, Milchreisschnitten und Pfannkuchentorte oder Käse-Schinken-Brötchen, Nudelsalat sowie Möhrenrollo, um nur einige der tollen Vorschläge zu nennen.

Kurzum: Ich fand alle gut. Da ich zudem auch die Mitschüler berücksichtigen wollte, die laktosefrei, kaseinfrei, nussfrei und halal essen, liebäugelte ich stark mit den Gemüsemuffins. Aber bei Gemüse den richtigen Geschmack zu treffen, ist auch nicht einfach, denn Zucchini oder Lauch werden von vielen verschmäht. Da kam mir die rettende Idee: Karotten-Apfel-Muffins. Die frischen Zutaten dazu gibt es hier im Alten Land direkt vom Bauernhof – perfekt.

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200 Gramm geraspelte Karotten
200 Gramm Apfel (Braeburn) in kleine Stückchen geschnitten
290 Gramm glutenfreies Mehl (ich habe das Universalmehl von Rewe frei von verwendet)
100 Gramm Zucker
100 Gramm weiche Butter (ich habe Alsan (milchfrei) verwendet)
3 Eier von glücklichen Hühnern
3 gestrichene Teelöffel Backpulver
eine Prise Salz

Karotten raspeln, Äpfel in kleine Stücke schneiden und beides in einer großen Rührschüssel vermengen. Zucker, Eier, Salz und Butter mit einem Knethaken unterrühren.

Das glutenfreie Universalmehl mit dem Backpulver mischen und über die Karotten-Apfel-Masse sieben. Das Ganze wieder mit einem Knethaken gut verrühren, in Muffinsförmchen füllen und bei 180 Grad etwa 20 Minuten goldgelb backen.

Abkühlen lassen, Kirschen lose als Dekoration drapieren und genießen.

Tipp: Wer mag, kann gern noch Vanilleschote oder etwas Zimt dazugeben.

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Die glutenfreien Karotten-Apfel-Muffins sind nicht nur lecker, sondern auch wunderbar saftig und weich sowie himmlisch aromatisch. Damit sind sie nicht nur für ein glutenfreies Buffet in Schule oder Kindergarten geeignet, sondern auch für ein festliches Frühstück, das gemeinschaftliche Picknick im Freien oder einen fröhlichen Kindergeburtstag.

So schmeckt der Sommer! Und damit wünsche ich allen Schülern wunderschöne Ferien!

Glutenfrei is(s)t lecker!

Glutenfreier Zebra-Käsekuchen ohne Boden

Wenn ich die mitleidigen Fragen von Außenstehenden höre, muss ich mittlerweile schon immer insgeheim lächeln: Glutenfrei – was kann da noch gegessen werden, sind Betroffene nicht ungemein eingeschränkt in ihrem Speiseplan?

Natürlich sind das die Zöliakiebetroffenen nicht, denn ganz ehrlich und Hand aufs Herz – unser Speiseplan hat sich nicht nur vergrößert, er ist auch vielseitiger geworden, wir kochen oder backen stets frisch, gesund und probieren gern Neues aus, wo wir vor der Diagnose doch auch mal auf Fertigprodukte zurückgegriffen haben.

Einer unser Favoriten auf der Kuchentafel ist natürlich der glutenfreie Zebra-Käsekuchen ohne Boden, welcher komplett ohne Mehl auskommt. Er ist wahrhaft ein Gedicht, den Ihr unbedingt probieren solltet!

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Rezept:

1000 Gramm Magerquark
200 Gramm Zucker
200 Gramm Frischkäse
180 Milliliter Öl
4 Eier Größe M
2 Päckchen Puddingpulver Vanille

2 Esslöffel Kakao zum Backen
2 Esslöffel Zucker

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Zubereitung:

Magerquark, Zucker, Vanillepuddingpulver, Eier, Öl und Frischkäse in einer großen Rührschüssel mit einem Handrührgerät zu einer cremigen Masse verarbeiten.

Den Teig in zwei gleiche Teile trennen und unter einen die zwei Esslöffel Zucker sowie den Backkakao unterheben.

Jetzt abwechselnd die helle und dunkle Quarkmasse in die Mitte der eingefetteten Backform geben.

So funktioniert es: einen Esslöffel helle Quarkmasse in die Mitte füllen, darauf einen Esslöffel von der dunklen Masse, darauf wieder einen von der hellen und immer so weiter, bis der Teig aufgebraucht ist. Beim Einfüllen solltet Ihr die Springform leicht von links nach rechts schwenken, damit sich die beiden Massen gut verteilen. Mit einem Holzstäbchen können auch verschiedene Muster kreiert werden.

Im vorgeheizten Backofen bei 160 Grad für etwa 45 bis 50 Minuten backen.

Mein persönlicher Tipp an Euch: Ihr sucht einen haltbaren Kuchen für unterwegs, für die Schule, den Kindergarten oder auch das Büro? Dann könnt Ihr die Quarkmasse in ein kleines Weckglas einfüllen und darin backen, fertig ist der glutenfreie Kuchen im Glas / glutenfreie Käsekuchen im Glas / glutenfreie Zebra-Käsekuchen ohne Boden im Glas oder einfach Käsekuchen to go.

Glutenfrei is(s)t lecker!

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Ein tierisches Backvergnügen – natürlich glutenfrei

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Sucht Ihr noch nach einer passenden Idee für die Ostertafel oder einen Kindergeburtstag? Dann habe ich hier genau das Richtige für Euch: Glutenfreie Kekse Polartiere und Zootiere mit Waldmeistergeschmack. Die lassen Kinderherzen höher schlagen und schmecken dazu noch richtig gut! In einer Papiertüte mit Aufkleber, Geschenkeanhänger und Kordel hübsch verpackt sind sie zudem ein passendes Mitbringsel.

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Zutaten:

250 Gramm Schär Mix C Kuchen & Kekse
120 Gramm Zucker
100 Gramm Alsan oder Butter (weich)
2 Päckchen Bourbon Vanille-Zucker
1 Beutel Unsere Götterspeise Waldmeister-Geschmack von RUF
1 Ei (Größe M) von glücklichen Hühnern

Decor Zuckerschrift aus der Tube in verschiedenen Farben ganz nach persönlichem Belieben (hier: grün und gelb)
bunte Zuckerstreusel (unbedingt auf die Zutatenliste achten und diese auf Glutenfreiheit überprüfen), ich habe Unsere Bunten Zuckerstreusel für Desserts und Gebäck von RUF verwendet
Keks Ausstecher Polartiere und Zootiere (zum Beispiel von Original Kaiser)

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Zubereitung: Die zimmerwarmen Zutaten mit der Handrührmaschine vermengen, danach alles mit der Hand gut verkneten und in einer Tüte mindestens eine Stunde in den Kühlschrank legen. Anschließend wird der Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche ausgerollt und mit den Keks Ausstechern ausgestochen. Es empfiehlt sich, die Ausstechformen ebenfalls kurz in das glutenfreie Mehl zu tauchen, dann löst sich der Teig besser aus der Form.

Die Ausstecherle in Tierform vorsichtig mit einem Teigschaber auf ein Blech mit Backpapier setzen und in den vorgeheizten Backofen (200 Grad) für etwa zehn Minuten schieben. Bei uns haben sogar acht Minuten ausgereicht, die Kekse sollen hellgrün bleiben.

Das Blech herausziehen und die Tierkekse unbedingt auf dem Blech gut auskühlen lassen. Anschließend mit der Zuckerschrift und den bunten Zuckerstreuseln verzieren.

Mit Elefant, Giraffe, Löwe, Wal oder Eisbär wird jeder Kinderteller zu einem tierischen Vergnügen. Die Zoobewohner lassen sich leicht zubereiten und verwandeln sich mit viel Fantasie in eine farbenfrohe Tierparade. Das Dekorieren von süßen Robben, kunterbunten Kamelen oder lustigen Pinguinen ist ein Spaß für die ganze Familie

Nach dem Trocknen in einer Blechdose aufbewahren.

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Glutenfrei is(s)t lecker!

Ernährungsratgeber Histamin-Intoleranz. Genießen erlaubt [Buchvorstellung]

Ernährungsratgeber Histamin-Intoleranz

Während für viele Menschen die Umstellung auf die glutenfreie Küche schwerfällt, gibt es nicht wenige, die dazu noch weitere Unverträglichkeiten oder Nahrungsmittelintoleranzen haben. Dazu gehört die Histamin-Intoleranz, welche sich durch verschiedenste unspezifische Beschwerden wie Kopfschmerzen, Migräne, Hautirritationen in Form von roten Flecken, Nesselsucht und Juckreiz, über die Atemwege in Form von Asthma, Atembeschwerden, Niesen, über den Magen-Darm-Trakt in Form von Übelkeit, Erbrechen, Blähungen, Verstopfung, Bauchschmerzen, Reflux, Sodbrennen, im Herzgefäßapparat anhand Herzrhythmusstörungen, Herzrasen, niedrigen Blutdruck, Bluthochdruck oder sogar über die Psyche in Form von Müdigkeit, Schlafstörungen, Erschöpfung, Nervosität oder gar Depressionen äußern kann, um nur einige der mannigfaltigen Symptome zu nennen. Nach der Diagnosestellung fragen sich Betroffene oft: Was kann jetzt überhaupt noch gegessen werden? Histamin kommt nicht nur in Wein vor, was für Kinder mit Zöliakie gar nicht relevant wäre, jedoch für die Erwachsenen, sondern in ganz vielen alltäglichen Lebensmitteln, wie beispielsweise langsam reifenden Käse- und Wurstsorten, wie Roquefort, Gruyère, roher Schinken und Salami, aber auch in Sauerkraut, Spinat, Hefeextrakt, Steinpilzen, Ananas, Himbeeren, Avocados, Erdbeeren, Walnüssen, Bananen sowie Tomaten.

Histamin entsteht durch Verarbeitung, Lagerung oder Reifung von Lebensmitteln.

Die Autoren Sven-David Müller und Christiane Weissenberger informieren Betroffene einer Histamin-Intoleranz sachkundig, aber leicht verständlich, worauf es beim Trinken und Essen jetzt ankommt. Viele praktische Ratschläge sowie 80 schmackhafte Rezeptideen mit histaminarmen beziehungsweise histaminfreien Zutaten unterstützen die Ernährungsumstellung und regen zum kreativen Kochgenuss an. So werden Betroffene endlich wieder beschwerdefrei.

Bereits im Einband finden Betroffene einer Histamin-Intoleranz eine schnelle Orientierung auf einen Blick in Form einer Tabelle über nicht geeignete und nicht geeignete Lebensmittel. Auf diese Weise kann problemlos zwischendurch auch nachgeschlagen werden, wenn Fragen bestehen, ohne aufwendig danach zu suchen. Im hellen und optisch mehr als ansprechenden Ratgeber finden Leser auf 136 Seiten fundierte Informationen und Rezepte, von köstlichen Frühstücksideen, pikanten Zwischenmahlzeiten über gesunde Hauptgerichte, traumhafte Desserts bis hin zu erlesenem Gebäck sowie herzhaften Backwaren, welche mit attraktiven und genussvollen Fotos unterlegt sind.

Fazit: Der Ernährungsratgeber Histamin-Intoleranz. Genießen erlaubt ist ein unentbehrlicher Leitfaden für Betroffene, Angehörige und Fachleute. Die schmackhaften Rezeptideen zeigen eine ganz neue Richtung voller Genuss auf und beweisen eindrucksvoll, dass kulinarische Gaumenfreuden auch weiterhin möglich sind, wenn sich die entsprechenden Personen eingehend mit der Diagnose auseinandersetzen.

Ernährungsratgeber Histamin-IntoleranzErnährungsratgeber Histamin-Intoleranz
Genießen erlaubt
Sven-David Müller, Christiane Weissenberger
Schlütersche Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, 2014
136 Seiten, Abbildungen: 60 Farbfotos, 210 mm x 155 mm
€ 19,99 (D), ISBN: 9783899938531